Dyskalkulietherapeut*in nach BVL

In der Dyskalkulie-Weiterbildung geht es rund um das Fachwissen zur Diagnostik und Therapie von Kindern mit Dyskalkulie (Rechenstörung), basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen wie den aktuellen S3-Leitlinien sowie unserer langjährigen praktischen Erfahrung. Dabei werden die neuropsychologischen und biologischen Grundlagen zum Rechenerwerb, die psychologischen Grundlagen der Dyskalkulie, die Diagnostik und die Behandlung erarbeitet und im praktischen Teil vertieft. Wir präsentieren Ihnen ein systematisch aufgebautes, kleinschrittiges Therapiekonzept, entwickelt nach dem „Leitfaden Rechenstörungen“ von Jacobs & Petermann (2015).

Nach einem Überblick über alle gängigen Therapiematerialien und -methoden wird ein systematisch-integratives Therapieschema vermittelt, das jeder Entwicklungsstufe des Kindes hinsichtlich des Rechenerwerbs das passende Material und entsprechende Methoden zuordnet. Die einzelnen Therapieschritte werden demonstriert und praktisch eingeübt. Das vorgestellte Schema gibt eine klare Orientierung und Sicherheit im praktischen Handeln.

Dieser Therapieansatz ermöglicht den betroffenen Kindern eine gut strukturierte, systematisch aufgebaute Therapie, aufbauend auf eine fundierte Diagnostik und Therapieplanung sowie dem „Arbeiten an der Null-Fehler-Grenze“. Die Materialien und Methoden werden gekonnt ausgewählt, immer orientiert am Leistungsstand des Kindes. Mein Grundsatz lautet „Die Kunst des Therapierens liegt im richtigen Tempo mit dem Kind.“ Hierfür leiten wir Sie an.

Ziel sind ein besseres Mengen- und Zahlenverständnis, die sichere Anwendung von Strategien sowie die Automatisierung der Rechenfertigkeiten. Dabei werden die individuellen Schwerpunkte der Therapie systematisch erarbeitet. Dazu gehören unter anderem der Aufbau von mathematischen Basiskompetenzen und des mentalen Zahlenstrahls, die Zahlenzerlegung, ein schrittweiser Aufbau von Zahlenräumen, Strategien zum Zehnerübergang und die Vermittlung von Fakten- und Prozeduralwissen. In der Therapie werden die Inhalte zunächst handelnd erarbeitet, um die mathematischen Vorgänge zu begreifen, im nächsten Schritt bildhaft-symbolisch dargestellt und anschließend abstrakt (mit Zahlen) gelöst und automatisiert.

Wie auch bei der Legasthenietherapie integrieren wir die „Säulen“ der Lerntherapie wie Aufmerksamkeitsförderung, Gedächtnistricks etc. sowie verhaltenstherapeutische und lernpsychologische Ansätze. Besonderes Augenmerk legen wir auch auf die Stärkung der emotionalen Situation mit vielen verschiedenen therapeutischen Möglichkeiten.

Wir stärken Sie auf Ihrem Weg zu einem erfolgreichen Dyskalkulie-Therapeuten, damit Sie den betroffenen Kindern kompetent zur Seite stehen können.